Redaktionell geprüft: 3. August 2026
Kurz gesagt: Kleine Dauerleistungen summieren sich: Ein dauerhaftes Watt entspricht 8,76 kWh pro Jahr. Entscheidend ist aber, ob das Gerät wirklich unnötig läuft oder für Sicherheit, Netzwerk, Telefonie, Aufzeichnung oder Updates gebraucht wird.
Vom Wattwert zu Jahreskosten
Jahresverbrauch = Standby-Leistung (W) ÷ 1.000 × Standby-Stunden pro Tag × 365
Ein Gerät mit 6 Watt Leerlauf, das 20 Stunden täglich in diesem Zustand bleibt, verbraucht rund 43,8 kWh pro Jahr. Bei 0,40 €/kWh sind das 17,52 Euro. Die vier aktiven Stunden dürfen nicht zusätzlich als Standby gerechnet werden.
Beispielinventur
| Gerätegruppe | Gemessener Leerlauf | Stunden/Tag | Verbrauch/Jahr |
|---|---|---|---|
| TV, Konsole, Audio | 9 W | 20 | 65,7 kWh |
| Arbeitsplatz | 5 W | 16 | 29,2 kWh |
| Küchengeräte | 3 W | 23 | 25,2 kWh |
| Summe | – | – | 120,1 kWh |
Bei 0,40 €/kWh läge die Modellrechnung bei rund 48 Euro jährlich. Reale Haushalte können deutlich darunter oder darüber liegen; nur eine Inventur schafft Klarheit.
Standby, Netzwerkbetrieb und Schein-Aus unterscheiden
Ein Display oder eine Fernbedienungsbereitschaft ist leicht erkennbar. Schwieriger sind Geräte, die ausgeschaltet wirken, aber weiter Energie beziehen. Netzwerk-Standby hält Verbindungen oder Fernstart bereit. Manche Geräte führen nachts Updates, Programmaufnahmen oder Wartungsfunktionen aus. Lesen Sie die Anleitung und testen Sie nach dem Abschalten, ob benötigte Funktionen erhalten bleiben.
So messen Sie kleine Leistungen
- Ein Messgerät verwenden, dessen Messbereich und Genauigkeit für niedrige Wattwerte geeignet sind.
- Eine ganze Gerätegruppe zunächst gemeinsam, dann bei Bedarf einzeln messen.
- Mindestens einige Stunden beobachten, weil Geräte zyklisch aufwachen können.
- Aktiv-, Ruhe- und Aus-Zustand getrennt dokumentieren.
- Nach einer Änderung erneut messen; eine leuchtende Schalterleiste verbraucht selbst ebenfalls etwas.
Sicher abschalten
Schaltbare Steckdosenleisten eignen sich für zusammengehörige Unterhaltungselektronik oder einen Arbeitsplatz, sofern Leistung und Bauart passen. Kühlgeräte, Router mit Telefonanschluss, Alarmanlagen, medizinische Geräte und Systeme mit notwendigen Zeitprogrammen dürfen nicht gedankenlos getrennt werden. Bei Tintenstrahldruckern kann häufiges hartes Ausschalten Reinigungszyklen auslösen. Smart Plugs benötigen selbst Energie; ihr Eigenverbrauch muss kleiner als die vermiedene Last sein.
Reihenfolge mit gutem Nutzen
- Hohe gemessene Dauerleistung und lange unnötige Zeit zuerst.
- Automatische Energiespar- und Abschaltzeiten aktivieren.
- Fernstart oder Schnellstart nur deaktivieren, wenn die Funktion entbehrlich ist.
- Defekte oder ungewöhnlich warme Netzteile prüfen beziehungsweise ersetzen lassen.
- Beim Neukauf den angegebenen Aus-/Bereitschaftsverbrauch mit betrachten.
Wann ein Austausch sinnvoll sein kann
Ein hoher Standby-Wert allein rechtfertigt nicht automatisch ein neues Gerät. Berechnen Sie die jährlich vermeidbaren kWh und stellen Sie deren Kosten dem Kaufpreis, der erwarteten Lebensdauer und einer möglichen Reparatur gegenüber. Bei einem alten Receiver mit 12 Watt Dauerlast kann eine zeitgesteuerte Abschaltung genügen; bei einem notwendigen Netzwerkgerät ist ein effizienteres Ersatzmodell erst bei ohnehin anstehender Erneuerung interessant.
Im Standby-Kostenrechner können Sie Leistung, unnötige Stunden und Strompreis kombinieren. Mehrere Gerätegruppen rechnen Sie separat und addieren sie.