EEnergiekostenKlarKosten einfach verstehenKosten berechnen

Photovoltaik: Eigenverbrauch und Ersparnis

Redaktionell geprüft: 3. August 2026 · Vergütung und Regeln vor einer Investition aktuell prüfen

Kurz gesagt: Der wirtschaftliche Nutzen einer Photovoltaikanlage besteht aus vermiedenem Netzbezug und dem Wert eingespeister Energie. Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad sind unterschiedliche Kennzahlen und dürfen nicht verwechselt werden.

Die vier Energiemengen

  • PV-Erzeugung: gesamte vom System erzeugte Energie.
  • Direkter Eigenverbrauch: PV-Strom, der zeitgleich im Haushalt oder nach Speicherverlusten genutzt wird.
  • Einspeisung: Überschuss, der ins Netz fließt.
  • Netzbezug: Strom, der benötigt wird, wenn PV und Speicher den Bedarf nicht decken.

Eigenverbrauchsquote = Eigenverbrauch ÷ PV-Erzeugung × 100
Autarkiegrad = Eigenverbrauch ÷ Haushaltsverbrauch × 100

Beispielrechnung

Ein Haushalt verbraucht 4.500 kWh im Jahr. Die PV-Anlage erzeugt 7.000 kWh, davon werden 2.800 kWh selbst genutzt und 4.200 kWh eingespeist. Der verbleibende Netzbezug beträgt 1.700 kWh.

Kennzahl Rechnung Ergebnis
Eigenverbrauchsquote 2.800 ÷ 7.000 40,0 %
Autarkiegrad 2.800 ÷ 4.500 62,2 %
Vermiedener Netzbezug 2.800 × 0,38 € 1.064 €
Einspeisewert 4.200 × 0,08 € 336 €
Bruttonutzen 1.064 € + 336 € 1.400 €/Jahr

Strom- und Einspeisepreis sind hier reine Beispielwerte. Vom Bruttonutzen gehen je nach Betrachtung Betrieb, Messung, Versicherung, Wartung, Finanzierung, Steuern und Rücklagen ab.

Warum nicht jede selbst erzeugte kWh gleich viel wert ist

Eine selbst genutzte kWh vermeidet nur den Preisbestandteil, der ohne PV tatsächlich für den zusätzlichen Netzbezug angefallen wäre. Fixe Grundpreise bleiben in der Regel bestehen. Eine eingespeiste kWh wird nach den für die konkrete Anlage geltenden Regeln vergütet. Bei dynamischen Tarifen, Direktvermarktung oder anderen Modellen kann die Bewertung komplexer sein.

Ein Speicher verändert mehr als eine Quote

Ein Batteriespeicher verschiebt Solarenergie in spätere Stunden und kann Eigenverbrauch sowie Autarkie erhöhen. Er erzeugt aber keine zusätzliche Energie: Lade-, Speicher- und Entladeverluste reduzieren die nutzbare Menge. Für die Wirtschaftlichkeit müssen Anschaffung, Lebensdauer, nutzbare Kapazität, Zyklen, Ersatzrisiko und der Wert jeder zusätzlich selbst genutzten kWh berücksichtigt werden. Eine höhere Autarkie ist nicht automatisch die höchste Rendite.

Belastbare Szenarien bilden

  1. Standortbezogenen PV-Ertrag mit Ausrichtung, Neigung und Verschattung schätzen.
  2. Lastprofil statt nur Jahresverbrauch betrachten.
  3. Ohne und mit Speicher getrennt rechnen.
  4. Strompreis, Einspeisevergütung und Ertrag nicht über die gesamte Laufzeit konstant als sicher unterstellen.
  5. Degradation, Reparatur und laufende Kosten in einem konservativen Szenario ergänzen.

Typische Denkfehler

  • Eigenverbrauchsquote wird als Autarkiegrad bezeichnet.
  • Jede PV-kWh wird mit dem vollen Haushaltsstrompreis bewertet, auch wenn sie eingespeist wird.
  • Der Grundpreis des Stromtarifs gilt fälschlich als vollständig eingespart.
  • Speicherverluste und Ersatzkosten fehlen.
  • Ein einziges sonniges Jahr wird ohne Bandbreite hochgerechnet.

Im Photovoltaik-Rechner können Sie Erzeugung, Eigenverbrauchsanteil, Bezugspreis und Einspeisewert getrennt verändern.

Offizielle Einordnung

Bundesnetzagentur: Solaranlagen – Registrierung, Vergütung und energierechtliche Hinweise. Für Planung, Netzanschluss, Steuer und Förderung sind die zum Umsetzungszeitpunkt geltenden Vorgaben entscheidend.