Redaktionell geprüft: 3. August 2026
Kurz gesagt: Für Ladekosten zählt die Energie am Stromzähler, nicht nur der Bordcomputerverbrauch. Ladeverluste, Vorkonditionierung und Nebenverbrauch können die bezogene Energiemenge erhöhen.
Kosten pro 100 Kilometer
Zeigt das Fahrzeug 18 kWh/100 km und betragen die Ladeverluste 12 Prozent bezogen auf die aus dem Netz bezogene Energie, müssen rund 20,45 kWh geladen werden. Eine eindeutige Formel vermeidet unterschiedliche Definitionen von „Verlust“:
Netzbezug je 100 km = Fahrzeugverbrauch ÷ (1 − Verlustanteil)Kosten je 100 km = Netzbezug × Ladestrompreis
Im Beispiel mit 0,35 €/kWh: 18 ÷ 0,88 × 0,35 € = 7,16 € je 100 km.
Jahresbeispiel
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Fahrleistung | 15.000 km/Jahr |
| Fahrzeugverbrauch | 18 kWh/100 km |
| Ladeverluste | 12 % nach obiger Definition |
| Netzbezug | 3.068 kWh/Jahr |
| Preis zuhause | 0,35 €/kWh |
| Ladekosten zuhause | ca. 1.074 €/Jahr |
Wer einen Teil öffentlich oder am Arbeitsplatz lädt, teilt die Energiemenge nach Ladeort auf. Abonnementgebühren, Blockiergebühren und unterschiedliche AC-/DC-Preise gehören separat in die Jahresrechnung.
Ladeverluste realistisch bestimmen
Vergleichen Sie über mehrere Ladevorgänge den geeichten oder verlässlichen Wallbox-/Zählerwert mit der im Akku angekommenen Energiemenge, soweit das Fahrzeug sie ausweist. Sehr kurze Ladevorgänge, niedrige Ladeleistung, kalter Akku, Batterietemperierung und Bordelektronik können den prozentualen Verlust erhöhen. Ein einzelner Prozentpunkt aus einem Forum ist daher keine allgemeine Gerätekonstante.
PV-Strom nicht mit null Euro ansetzen
Selbst erzeugter Solarstrom verursacht meist keine laufende Stromrechnung pro kWh, hat aber Opportunitätskosten: Wird er ins Auto geladen, kann er nicht gleichzeitig im Haushalt genutzt oder eingespeist werden. Für eine wirtschaftliche Rechnung kann man entgangene Einspeisevergütung sowie anteilige Anlagenkosten berücksichtigen. Netz- und PV-Anteil sollten getrennt ausgewiesen werden.
Was den Verbrauch verändert
- Geschwindigkeit, Beschleunigung, Strecke und Höhenprofil
- Außentemperatur, Heizung, Klimatisierung und Vorkonditionierung
- Reifen, Luftdruck, Zuladung, Anhänger und Dachträger
- Stadt-, Land- oder Autobahnanteil sowie Rekuperationsmöglichkeiten
- Alter, Modell und nutzbare Batteriekapazität
Tarife vergleichbar rechnen
Bei einem speziellen Autostromtarif zählen neben dem Arbeitspreis zusätzliche Grund- oder Messpreise, technische Voraussetzungen und mögliche Sperrzeiten. Teilen Sie den zusätzlichen Jahresgrundpreis durch die erwarteten geladenen kWh und addieren Sie diesen Effekt zum Arbeitspreis. Bei dynamischen Tarifen ist ein fixer Durchschnitt nur eine Annahme; Lastmanagement und reale Stundenpreise entscheiden.
Praktischer Ablauf
- Jahresfahrleistung und realen saisonalen Fahrzeugverbrauch bestimmen.
- Ladeverluste aus Messwerten oder als transparente Bandbreite ansetzen.
- Energie auf Zuhause, Arbeit, öffentliches AC und Schnellladen aufteilen.
- Je Ladeort Preis, Grundgebühr und sonstige Gebühren rechnen.
- Nach einigen Monaten mit Zähler- und Abrechnungsdaten aktualisieren.
Der E-Auto-Ladekostenrechner berechnet Netzbezug, Kosten je 100 km und Jahreskosten aus Ihren Annahmen.
Grenzen
Die Rechnung vergleicht Energiekosten, nicht die gesamten Fahrzeugkosten. Anschaffung, Finanzierung, Wartung, Versicherung, Steuern, Wallbox und Wertverlust sind nicht enthalten.