Redaktionell geprüft: 3. August 2026 · Preisreferenz mit Stichtag gekennzeichnet
Kurz gesagt: Der Arbeitspreis wird je verbrauchter Kilowattstunde berechnet, der Grundpreis fällt verbrauchsunabhängig an. Für einen Tarifvergleich zählt die erwartete Gesamtsumme über denselben Zeitraum – einschließlich dauerhaft wirksamer Preisbestandteile und nur korrekt einbezogener Boni.
Die Jahreskostenformel
Jahreskosten = Jahresverbrauch (kWh) × Arbeitspreis (€/kWh) + Grundpreis pro Jahr
Wenn der Grundpreis monatlich angegeben ist, multiplizieren Sie ihn mit zwölf. Steht der Arbeitspreis in Cent, teilen Sie ihn vor der Multiplikation durch 100. Abschläge sind lediglich unterjährige Vorauszahlungen und kein zusätzlicher Preisbestandteil.
Zwei Tarife für zwei Haushalte
| Tarif | Arbeitspreis | Grundpreis | Kosten bei 1.500 kWh | Kosten bei 4.000 kWh |
|---|---|---|---|---|
| A | 36 ct/kWh | 180 €/Jahr | 720 € | 1.620 € |
| B | 39 ct/kWh | 84 €/Jahr | 669 € | 1.644 € |
Tarif B ist im Beispiel für den kleineren Verbrauch günstiger, Tarif A für den größeren. Ein isolierter Blick auf den Arbeitspreis hätte das erste Ergebnis verfehlt.
Den Schwellenwert berechnen
Der Verbrauch, bei dem beide Tarife gleich teuer sind, lässt sich aus der Grundpreisdifferenz und der Arbeitspreisdifferenz bestimmen:
(180 € − 84 €) ÷ (0,39 € − 0,36 €) = 3.200 kWh
Unter 3.200 kWh ist in diesem Modell Tarif B günstiger, darüber Tarif A. Diese Aussage gilt nur für die genannten Preise und denselben Betrachtungszeitraum.
Boni und Preisgarantien sauber behandeln
Ein Neukunden- oder Sofortbonus kann die Kosten des ersten Jahres senken, ist aber häufig an Bedingungen gebunden. Vergleichen Sie deshalb mindestens zwei Werte: Kosten im ersten Vertragsjahr nach sicher erfüllbaren Boni und Kosten eines Folgejahres ohne einmaligen Bonus. Prüfen Sie außerdem Laufzeit, Kündigungsfrist, Verlängerung, Zahlungsweise, Verbrauchsvoraussetzungen und den genauen Umfang einer Preisgarantie. Nicht jeder staatlich veranlasste oder netzbezogene Bestandteil muss von ihr erfasst sein.
Welchen Verbrauch ansetzen?
Am besten verwenden Sie den tatsächlich abgerechneten Jahresverbrauch. Nach Umzug oder Haushaltsänderung bilden Sie eine Bandbreite. Wärmepumpe, E-Auto, elektrisches Warmwasser, Homeoffice oder der Wegfall einer Person können den Bedarf erheblich verschieben. Rechnen Sie beispielsweise ein niedriges, mittleres und hohes Szenario, damit ein Tarif nicht nur bei einer optimistischen Annahme attraktiv aussieht.
Aktuelle Preisangaben immer datieren
Die Bundesnetzagentur wies für den 1. April 2025 einen modellierten durchschnittlichen Haushaltskundenpreis von 40,05 ct/kWh aus. Dieser historische Stichtagswert ist kein Angebot und keine Aussage über Ihren heutigen Tarif. Preise unterscheiden sich nach Region, Verbrauch, Vertragsart und Zeitpunkt. Für jede konkrete Entscheidung sind aktuelle Vertragsunterlagen und individuell verfügbare Angebote maßgeblich.
Prüfliste vor dem Wechsel
- Gesamtpreis für identischen Verbrauch und identische zwölf Monate rechnen.
- Arbeitspreis brutto und Grundpreis brutto verwenden.
- Einmalige Boni separat ausweisen und Bedingungen lesen.
- Pakettarife, Vorkasse, Kaution und variable/dynamische Preise bewusst bewerten.
- Vertragsbeginn, Kündigungsfrist und Zählerdaten dokumentieren.
Mit dem Stromkostenrechner bilden Sie Verbrauch und Arbeitspreis ab. Addieren Sie anschließend den Jahresgrundpreis; für Tarifvergleiche rechnen Sie jedes Szenario separat.